jetzt sitze ich hier.
weiß nichts mit mir anzufangen, höre metal und kann die tränen kaum zurückhalten.
er schrie immer “scheiß auf deutschland“ (auf französisch) und sprang in den fluss. dass ich ihn nie wieder sehen werde kommt mir so irreal vor. ich hatte fest damit gerechnet ihn diesen sommer wiederzusehen. wie letztes jahr und das jahr zuvor.
wie egoistisch von von mir!
nen „großes gedeck“ (pastis, bier & diskokeks) in der kantine und ein grinsen.
sein faschistisches hygieneding in der küche, “das kann doch nicht sein“, dort konnte alles schief gehen, so hatte es den anschein, aber die hygiene – da durfte man nicht ran – alles musste seine ordnung haben. vollkommen richtig, er hatte wohl recht in so einem wüstencamp wie mialet.
wie er vor zwei jahren mir in den armen lag und weinte. er wollte nicht fort, er wollte bleiben. ich sagte zu ihm das er wiederkommen würde, alles wieder gut sei und das alles mal ein ende haben muss. zu gut konnte ich mich damals in ihn hinein versetzen. da hatte ich gerade schluss mit “meiner“ frau und alles was in deutschland wartete war zum kotzen.
in mialet wurde man gebraucht, da war/ist man ein akzeptiertes individuum. nicht wie in deutschland, wo man auf abschluss und lebenslauf runter reduziert wird.
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in mialet lebte ich mit einem minimum an planung in den tag hinein. die pflichten die man erfühlte tat man gern, weil einem so viel mehr dafür gegeben wurde. ich kann es kaum beschreiben, diese eigene welt. doch noch viel weniger kann ich sie beschreiben, oder mir geschweige den vorstellen, ohne dich.

warum? die frage stellen sich viele, oder?
wieso gehst du? waren wir dir zu uncool, haben wir nicht gerockt? mein arsch liegt auf grundeis, ich stelle mir fragen auf die ich keine antwort bekommen werde, nie.
ich hätte dir gern noch soviel gesagt und ich bilde mir fest ein das ich was ändern hätte können wenn mir die chance gegeben worden wäre, doch ich habe versagt. mal wieder rinnt mir jemand zwischen den händen hin fort.
immer wenn ich an dich gedacht habe musste ich lächeln, es war freude.
doch nun weine ich.

ich trinke auf dich, und das schon was länger. immer wenn ich in den himmel schaue will ich an gott glauben und den himmeln den es dort geben mag.
verdammt ich bin atheist!

wir trinken auf dich, und das schon was länger. wir schauen uns kaum noch an, weil es weh tut. versuchen wir doch stark zu sein für uns. was ein beschissenes männerbild wir doch haben, nicht wa(h)r?

vielleicht geht mir das alles zu nah, somit mache ich auch schluss – auf dem papier.
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